Anthroposophie

Lebendige Wissenschaft vom Geist

Anthroposophie möchte dem aktuellen Zeitbedürfnis dienen – dem tief empfundenen Drang nach etwas, das weder aus den bisherigen Traditionen noch aus der zeitgenössischen Wissenschaft kommen kann – sie möchte etwas geben für „Herz, Seele und Geist des Menschen“.

„Anthroposophie ist das, was der Mensch über sich erfahren kann, wenn nicht nur der Verstand – dadurch nur ein Teil des Menschen -, sondern wenn der ganze Anthropos Antwort gibt.“ (Rudolf Steiner, GA069d, München, 31. März 1914)

Rudolf Steiner kam zur Anthroposophie von der Naturwissenschaft über die Erkenntnistheorie der Goethe’schen Weltanschauung zur Philosophie der Freiheit – und erst dann zur Geistesforschung. Die Anthroposophie war für ihn keine Offenbarungsreligion, sondern eine Erweiterung wissenschaftlicher Methodik ins Geistige.

Anthroposophische Meditation

Die Grundstruktur - Denken, Fühlen, Wollen

Der anthroposophische Meditationsweg dient der Schulung des ganzen Menschen – nicht nur des Intellekts: „der Weg in die höheren Welten [ist] nicht die Ausbildung einer einseitigen Erkenntniskraft, sondern eine Ausbildung des ganzen Menschen nach Denken, Fühlen und Wollen“ (Zitat Rudolf Steiner GA079/2).

Die wichtigsten Praktiken im Überblick

Meditation

1. Konzentration/Meditation auf einen Vorstellungsinhalt – Kern aller Übungen.
Man richtet das gesamte Seelenleben auf eine neue, möglichst unbekannte Vorstellung oder einen gegebenen Spruch. Ziel: das Denken wird „erkraftet“, wie ein Muskel durch Arbeit. 

2. Imaginatives Erkennen – Erste Stufe übersinnlicher Erkenntnis. Durch wiederholte Konzentration löst sich das Denken vom Leib und wird „innerlich bildhaft“. Man erlebt Subjektiv-Bildhaftes – aber mit voller Besonnenheit, nicht visionär-unkontrolliert.

3. Leeres Bewusstsein (Inspiration) – Nächste Stufe: die konzentrierte Vorstellung wird bewusst ausgelöscht. Ein waches, leeres Bewusstsein entsteht – ohne Einschlafen. Dadurch öffnet sich der Zugang zur inspirierten Erkenntnis.

4. Intuition – Vollständige Hingabe an die geistige Welt; beschrieben als höchste Stufe, Vorbereitung durch Imagination und Inspiration.

5. Mantrische Übungen / gegebene Sprüche – Konkrete Meditationstexte, teils mit körperbezogener Lenkung der Aufmerksamkeit (z. B. Stirn, Kehlkopf, Herz), teils als Morgen-/Abendmeditation mit Licht- und Wärmesymbolik.

6. Rückschau (Abendübung) – Tagesrückblick rückwärts, vom Abend zum Morgen, zur Stärkung des freien Ich-Bezugs zur Zeit.

Die Nebenübungen

Neben der eigentlichen Meditation sind begleitende Seelenübungen unerlässlich: Charakterstärke, innere Wahrhaftigkeit, Seelenruhe und Besonnenheit. Dazu treten Willensübungen – etwa das Ausführen eines weit im Voraus gefassten Vorsatzes, um eine „innere Kontinuität des Willens“ zu bilden. Ohne diese Stützung droht einseitige Versenkung: „Man muss daher ebenso treulich, wie man sich konzentriert, Übungen machen, damit diese Vorstellungen im Bewusstsein jederzeit verlöschen können“ (Zitat Rudolf Steiner GA080a/6).

Meditationsziel

Das Ziel ist nicht Versenkung um ihrer selbst willen, sondern eine wissenschaftlich kontrollierte Erweiterung der Erkenntnis: Zugang zum vorgeburtlichen Dasein der Seele, zum „Zeitenleib“ des eigenen Lebens, und schließlich zur Erkenntnis geistiger Wesenheiten hinter der sinnlichen Welt – bei vollständig erhaltenem, nüchternem Alltagsbewusstsein.

Dieser Weg ist nach Rudolf Steiner zugleich „eine religiöse Versenkung, eine religiöse Vertiefung des Menschen“ (GA079/2) – Erkenntnis und religiöses Erleben fallen hier zusammen, ohne ineinander aufzugehen.

Termine 2026/2027

mittwochs, 14-tägig   |   Beginn 14. Oktober 2026   |   11 Uhr  |  Klangraum Marl

Die kommenden Monate des Herbst/Winters wollen wir nutzen, um uns den sechs Nebenübungen sowie kleineren Meditationseinheiten Rudolf Steiners zu widmen.

In kleiner Gruppe werden wir uns 6 Monate lang regelmäßig 14tägig mittwochvormittags treffen. 

Termine und Inhalte
Besprechung und Durchführung der 1. Nebenübung (Gedankenkonzentration)
14.10. + 28.10.2026

Besprechung und Durchführung der 2. Nebenübung (Kontrolle des Willens) + kleine Meditation
11.11. + 25.11.2026

Besprechung und Durchführung der 3. Nebenübung (Gelassenheit) + kleine Meditation
09.12. + 23.12.2026

Besprechung und Durchführung der 4. Nebenübung (Positivität) + kleine Meditation
06.01. + 20.01.2027

Besprechung und Durchführung der 5. Nebenübung (Vorurteilslosigkeit) + kleine Meditation
03.02. + 17.02.2027

Besprechung und Durchführung der 6. Nebenübung (Innere Harmonie) + kleine Meditation
03.03. + 17.03.2027

Uhrzeit         
11 bis 12:30 Uhr (nach Bedarf)

Ort
Klangraum, Alt-Marl

Meditationserfahrung    
Es sind keine Vorkenntnisse erforderlich, lediglich eine gewisse Offenheit und ernsthaftes Interesse, möglichst regelmäßig teilzunehmen.

Ich selbst beschäftige mich seit 2022 mit der anthroposophischen Meditation und betrachte mich noch als Meditationsanfänger.

Für mich stellt dieses Angebot eine Möglichkeit des gemeinsamen Praktizierens und Erfahrungssammelns dar, wobei ich die Rolle der Meditationsanleitung übernehme. 

Kosten
Der Kurs ist für dich kostenfrei – wer was geben möchte und kann, als Ausgleich für Zeit und Raum, dem danke ich – es ist aber ein freibleibendes Angebot, so dass jeder teilnehmen kann, unabhängig seiner finanziellen Möglichkeiten.

Fragen / Anmeldung
Bei Fragen und/oder zur Anmeldung nimm bitte Kontakt zu mir auf.

Herzliche Grüße,
Martina Liesenhoff

Strahlender als die Sonne

Strahlender als die Sonne
Reiner als der Schnee
Feiner als der Äther
Ist das Selbst,
Der Geist in meinem Herzen.
Dies Selbst bin Ich,
Ich bin dies Selbst.

Rudolf Steiner